Gold und Silber lob ich mir …
Die Presse ist voll von Überschriften wie „Anleger flüchten in Edelmetalle“ oder „Bei Gold stimmt die Richtung“. Was hat es auf sich mit dem wachsenden Interesse an Edelmetallen? Spielt die offenbar weiter steigende Inflation eine Rolle?
Wir wollten es genauer wissen und fragten Grace Schatz. Frau Schatz müsste es wissen: 1978 geboren, Schweizer Bürgerin, seit Geburt in Liechtenstein wohnhaft, Studium der Französischen und Englischen Sprache mit Lizentiat und Übersetzerdiplom in New York, Montpellier, und Paris, Master of European Studies an der Sorbonne in Paris, Master of International Relations, International History and Politics am IUHEI in Genf mit Abhandlung über die Geschichte des Goldes und seine Rolle im Internationalen Währungssystem seit dem 19. Jahrhundert. Längere Berufserfahrung im Treuhandwesen und Family Office Sektor, Geschäftsführerin der Perfect Management Services AG aus Triesen, FL. Eine Fachfrau also.
Frau Schatz, Sie haben sich in Ihrer Diplomarbeit mit der Rolle des Goldes im internationalen Währungssystem beschäftigt. Zu welchen Erkenntnissen sind Sie gekommen?
Das erste internationale Währungssystem Ende des 19. Jahrhunderts beruhte auf dem klassischen Goldstandard. Im ersten Weltkrieg wurde die Golddeckung der Währungen ausgesetzt, es folgte nach der Wiedereinführung dann durch die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts die endgültige Zerrüttung mit der Aussetzung der Goldeinlösepflicht während des 2. Weltkrieges. Das bekannte Bretton Woods System, also der Gold-Dollar-Standard, folgte von 1944 bis 1971 und ging dann unter. Seitdem haben wir endgültig die Abkopplung des Goldes vom Geld.
Mit welchen Folgen?
Sie möchten Beispiele? Seit diesem Zeitpunkt, also 1971, hat der Dollar rund 80% seiner Kaufkraft eingebüsst. Damit einher ging eine extrem steigende Staatsverschuldung der USA, diese wächst um fast zwei Mrd. Dollar jeden Tag! Aber auch in Europa sieht es nicht viel besser aus. Die deutschen Staatsschulden kosten rund 8 Millionen € Zinsen jede Stunde. Die US Hypothekenkrise der letzten Monate bewirkte ein Übriges, Liquiditätsengpässe der Banken werden einfach durch Einschalten der Gelddruckmaschinen beseitigt.
Aber die übermäßig steigende Geldmenge beschleunigt doch wohl die Inflation?
Richtig, deshalb heißt das mittelalterliche Sprichwort ja auch: Gold und Silber lob ich mir, das Falschgeld überlass ich dir. Ohne Frage ist das internationale Währungssystem in Gefahr, leider wird dieses Thema immer wieder heruntergespielt. Tatsache ist aber, dass in den USA die Geldmenge im Dezember 2007 um ca. 16% gestiegen ist.
Wie kann sich der Anleger schützen? Wie soll er seine Altersvorsorge absichern?
Ich bin davon überzeugt, dass Edelmetalle, also Gold und Silber sowie die seltenen Industriemetalle quasi als „Versicherung“ in jede Vermögensverwaltung, also in jedes Depot gehören. Dabei sollte „physischen“ Metallen der Vorrang gegeben werden, ergänzt durch Minenwerte. Sachwerte sind immer noch der beste Inflationsschutz. Vorsichtig sollte man mit so genannten Derivaten sein – das ist halt nur ein Versprechen, nicht wirklich mit Gold hinterlegt. In der Schweiz und in Liechtenstein findet man im Gegensatz zu Deutschland mehrere Edelmetall-Anlagevarianten, die auch Gold und Silber in echten Barren enthalten. Durch ein besonderes Konzept der alpeco AG aus Kempten sind diese von uns sorgfältig ausgewählten Anlagen nun auch für Deutsche erhältlich.
Frau Schatz, vielen Dank für diese wertvollen Tipps.
Das Interview führte Rüdiger Boy, Berater für Edelmetallanlagen, weitere Infos:
Email Edelmetalle@boyfinanz.li, Tel. 04102-692201, www.boyfinanz.li



